Erfahrungsbericht

"Ökotopia  2018 - ein umweltkonzept umsetzen "

Linda von Pro Natura

 

An Pfingsten 2018 hat das Jugendnaturschutzlager "Ökotopia" stattgefunden mit 260 Kindern und Jugendlichen. Linda hat für dieses Lager ein Umweltkonzept verfasst und war mit dabei bei dessen Umsetzung. Ganz unten auf dieser Seite kannst du das Konzept herunterladen, um es als Vorlage verwenden. Im folgenden Bericht teilt Linda gerne ihre Erfahrungen mit dir und was man noch besser machen könnte. Viel Spass bei der Lektüre!

        

Jugendnaturschutztreffen mit Tradition

Ökotopia ist das nationale Jugendnaturschutztreffen von Pro Natura und wird seit 1991 jeweils über das Pfingstwochenende organisiert. Ökotopia hat also bereits eine lange Tradition.

Das 12. Ökotopia fand vom 19. bis 21. Mai 2018 im Begegnungszentrum "le Camp" in Vaumarcus (NE) statt. Auf dem Areal von „le Camp“ hat es ein Amphitheater, Sportplätze, Wiesen und einen in der Nähe liegenden Wald. Die Kinder und Jugendlichen verbringen die Zeit mit Spiel und Sport, wandern, singen und basteln.

Das Motto von Ökotopia 2018 war „Brücken bauen für das Hermelin“. Die Kinder und Jugendlichen erfuhren vieles über das Hermelin, das Pro Natura Tier des Jahres 2018, und lernten, dass für das Überleben dieser kleinen Wildtiere Wildtierkorridore wie Hecken, Ast- und Steinhaufen ganz wichtig sind. Bei Ökotopia treffen sich Kinder und Jugendliche aus der ganzen Schweiz, denen allen die Freude an der Natur und die Sorge um die Umwelt am Herzen liegen. Ökotopia will durch gemeinsame Erlebnissen auch „Brücken zwischen den Menschen“ schaffen und den Austausch unter Kindern und Jugendlichen fördern. 



Nachhaltigkeit an Ökotopia 2018

Miteinander die Natur erleben und einen Beitrag leisten für eine nachhaltige Zukunft, das ist das Anliegen von Ökotopia. Wenn alle zusammenarbeiten und mithelfen, kann Nachhaltigkeit erreicht werden.

Ökotopia folgt einem umfassenden Umweltkonzept, welches Vorgaben bezüglich Verpflegung, Transport, Materialien und Recycling beinhaltet. Das Konzept wurde erst im OK-Team besprochen, anfangs des Lagers den Jugendnaturschutz-Leitenden vorgestellt und dann in den Wohnhäusern und am Infostand ausgehängt.


Umweltbildung

Der Rote Faden von Ökotopia war das Hermelin und Wildtierkorridore. So gab es ein Hermelin-Maskottchen, der Herr Melin, welcher die Kinder und Jugendliche über die drei Tage begleitete. Hier seine Geschichte kurz zusammengefasst: Herr Melin ist zu Besuch bei seinen Cousins. Als er sich auf den Heimweg zu seiner Frau machen möchte, realisiert er, dass sämtliche Kleinstrukturen verschwunden sind, da der Bauer seine Landwirtschaftsfläche intensiviert und deshalb Ast- und Steinhaufen wegbrachte… Mit Hilfe von Steini (Pro Natura Maskottchen) suchten die Teilnehmenden nach Lösungsansätzen und konnten Herr Melin schlussendlich helfen wieder nach Hause zu finden.

Nebst dem Roten Faden gab es in den J&S-Blöcken weitere Blöcke mit Umweltbildungs-Inhalten: einen Arbeitseinsatz-Block, in dem Ast- und Steinhaufen für Kleintiere geschaffen wurden, sowie einen Wander-Block.

Verpflegung

Ein Koch und ein Küchenteam sind vor Ort in Vaumarcus angestellt. Es wurden vegetarische Menüs mit einem grossen Anteil an biologisch produzierten Lebensmitteln gekocht.

Die Menüplanung für sich vegan ernährende Teilnehmende oder für solche mit speziellen Essgewohnheiten gestaltet sich etwas schwierig. Da braucht es eine gute Absprache mit dem Koch. Ein nächstes Mal könnte ein veganes Menü für alle Teilnehmenden eingeplant werden. So könnten alle Teilnehmenden erfahren, wie ein Essen ohne tierische Produkte schmeckt. Gleichzeitig könnte auf das Thema lokaler und globaler Auswirkungen von Fleischkonsum und dem Verzehr anderer tierischer Produkte sensibilisiert werden.

Das OK-Team und einige Helfende waren bereits einen Tag vor und auch einen nach Ökotopia in "le Camp", um vorzubereiten und dann aufzuräumen. Das OK-Team organisierte das Essen für die Helfenden. Die Restessen wurde so gut wie möglich verwertet. Es ist ein Anliegen von Ökotopia, dass Food Waste vermieden wird. Da ist es wichtig, dass die Menüs mengenmässig gut geplant sind. Weiter kann man die Teilnehmenden animieren Plastikbehälter mitzubringen, damit sie Resten mit nach Hause mitnehmen können.

Hin- und Rückreise

Die Jugendgruppen, die Helfenden und das OK-Team reisten zum Lager mit Zug und Bus an. Mit öffentlichem Verkehrsmittel zu reisen, war glücklicherweise für Kinder, Jugendgruppen und Einzelpersonen trotz des steilen Fusswegs auf dem Hinweg zu "le Camp" selbstverständlich. Für den Transport benötigte das OK-Team zusätzlich zwei Autos.

T-Shirts

Als Andenken an Ökotopia wurden den Kindern und Jugendlichen ein T-Shirt mit dem Ökotopia Logo und einem Aufdruck mit Hermelin und dem Steini geschenkt. Die T-Shirts sind aus Biomaterialien und fairem Handel und wurden vom Unternehmen „Einfach.Siebdruck“ aus Luzern angeschafft und bedruckt.

Bastelmaterialien

Die Vorstellung war eigentlich, altes Bastelmaterial aufzutreiben und zu verwenden. Doch es erwies sich als schwierig, Material für 160 Kinder anzuschaffen. Zukünftig könnte man sich überlegen, Dinge aus Materialien zu basteln, welche die Teilnehmenden selber mitbringen, wie PET-Flaschen, Büchsen und ähnliches.

Recycling

In „le Camp“ ist die Abfallsammelstelle bestens eingerichtet. Es konnten Glas, PET und Alu, Papier und Karton, organische Abfälle sowie metallischen Gegenstände getrennt entsorgt werden.


Es scheint mir, dass sich die Realisation eines nachhaltigen Lagers sich je nach Lagergrösse unterscheidet. Ökotopia ist ein grosses Lager mit vielen Teilnehmenden und vielen Akteuren. Da ist es wichtig, dass ein regelmässiger Austausch unter allen Beteiligten stattfindet. Von Vorteil ist es, wenn das Organisationsteam ähnliche Vorstellungen hat und am gleichen Strick zieht. Alles in allem ist es uns weitgehend gelungen das Umweltkonzept von Ökotopia umzusetzen. Doch es hat bestimmt noch Verbesserungspotential!


Umweltkonzept_Ökotopia 2018_OK-Team.pdf Umweltkonzept_Ökotopia 2018_OK-Team.pdf
Größe: 351,426 Kb
Typ: pdf

 

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