Ausbildner*innen

Methodik

Als Methodik bezeichnen wir Art und Weise, wie wir ein Programm gestalten, um bei den Teilnehmenden den erwünschten Lerneffekt zu erzielen. Dazu gehören Spiele und Spielregeln, der Umgang mit der Gruppe und einzelnen Teilnehmer*innen, die Aneignung der Verbandsinhalte, die Befähigung Verantwortung wahrzunehmen und vieles mehr.

Methodische Ansprüche

In der Jubla / Pfadi haben wir hohe Ansprüche an die Methodik – und das ist gut so. Das Programm soll den Teilnehmenden Spass machen und sie motivieren, noch lange engagiert mitzumachen. Wir wollen den Kindern und Jugendlichen Werte vermitteln, aber sicher nicht politisieren oder mit erhobenem Zeigefinger mahnen. Die Teilnehmenden sollen etwas lernen und dabei eine eigene Meinung entwickeln zu Themen, die die Welt bewegen. Informelles Lernen im Kontrast zum Schulalltag und ein überschaubarer Aufwand für die Leitenden sind für uns dabei so wichtig, wie es die Grundlagen der Jugendverbände sind. An diesen Ansprüchen orientieren wir uns, denn Nachhaltigkeit in den Jugendverbänden zu verankern bedeutet diesen Ansprüchen – die wir alle teilen – möglichst gerecht werden.

Die drei Handlungsebenen

Worum geht es in Bezug auf Nachhaltigkeit in der Pfadi / Jubla? Wie vermittle ich den Teilnehmer*innen einen positiven Zugang zum Thema? Wie integriere ich das Thema, damit das Programm dadurch spannender wird und die Teilnehmer*innen befähigt, selber einen Beitrag zu leisten? Aufbauend auf diesen Fragen und unter Berücksichtigung der methodischen Ansprüche von Pfadi / Jubla haben wir eine Methodik mit drei Handlungsebenen entwickelt. Sie kann mit Kindern und Jugendlichen aller Altersstufen angewandt werden. Das heisst, dass sie nicht nur für dich als Kursleitung hilfreich ist, um Nachhaltigkeit mit Ausbildungsinhalten zu verknüpfen. Ebenso kann diese Methodik von dir an die Kursteilnehmer*innen vermittelt werden, damit sie diese selber anwenden können.

Mithilfe der drei Handlungsebenen können wir durch das Pfadi- / Jublaprogramm vielfältig Wirkung für Nachhaltigkeit erzielen. Durch die Sensibilisierung (Handlungsebene 1) der Teilnehmer*innen vermitteln wir Inhalte, durch das Leben unserer Vorbildfunktion (Handlungsebene 2) werden wir ernstgenommen und zeigen auf, wie das eigene Handeln nachhaltig wird, durch gemeinsames Aktiv werden (Handlungsebene 3) nehmen wir Einfluss und begeistern ausserhalb des Jugendverbandes.

Handlungsebene 1: Sensibilisierung

Nachhaltigkeitsthemen sind komplex. Deshalb wollen wir es unseren Teilnehmer*innen ermöglichen, sich aktiv mit den Themen auseinander zu setzen und sich selber eine Meinung zu bilden. Dafür nützen wir u.a. Aktivitäten, Sportblöcke und Motto. Mit dem bewussten Einsatz von Spielregeln können wir Strukturen und Dynamiken der Welt darstellen. Erlerntes reflektieren wir mit den Teilnehmer*innen.

Umsetzungsmöglichkeiten
Geländespiel zu einem Nachhaltigkeitsthema, Motto zu einem Nachhaltigkeitsthema, LA Natur und Umwelt …

Beachte
Balance finden zwischen Detailgrad der Fakten und dem Alter der Teilnehmenden; Balance finden zwischen Wissensvermittlung und Erleben.

Handlungsebene 2: Vorbildfunktion Leben

Der Jugendverband und insbesondere ein Jugendlager oder Ausbildungskurs prägen die Teilnehmenden. Deshalb können wir durch bewusstes Handeln Wirkung erzielen und werden durch das Leben unserer Vorbildfunktion ernstgenommen. Wir leben einen nachhaltigen Lebensstil auf positive Art vor und beziehen die Teilnehmenden mit ein.

Umsetzungsmöglichkeiten
Nachhaltige Lager- oder Kursküche, sorgsamer Umgang mit Material, gemeinsame Anreise mit dem Velo, gemeinsamer Besuch auf dem Bauernhof, von dem man Gemüse bezieht …

Beachte
Die Ernährung im Lager ist ein anschauliches und wichtiges Handlungsfeld, in dem grosse Wirkung erzielt werden kann. Praktisch erlernte Möglichkeiten eines nachhaltigen Lebensstils werden von Vorbildern kopiert und in den Alltag übernommen (z. B. kreatives Kochen, sparsamer Umgang mit Luxusprodukten, wie Schokolade, Fleisch etc.).

Handlungsebene 3: Aktiv werden

Eine typische Form, sich für Nachhaltigkeit einzusetzen, ist über Aktionen. Dies sind zeitlich beschränkte Projekte mit einem klaren Ziel, bei denen die Teilnehmenden mit ihren Leitenden einen Beitrag für eine nachhaltige Zukunft leisten. So erfahren die Teilnehmenden, wie sie in ihrer direkten Umgebung wahrgenommen werden und Wirkung erzielen können.

Umsetzungsmöglichkeiten
Waldaufräumaktion, Urban Garden auf dem Dorfplatz anlegen, Unterstützung der eigenen Gemeinde bei der Sensibilisierung der Bevölkerung …

Beachte
Selbstwirksamkeit steht im Vordergrund. Es werden verschiedene Projektmanagementfähigkeiten benötigt und entwickelt. Da Wirkung und Sichtbarkeit des eigenen Engagements ausserhalb der eigenen Gruppe erzielt werden, haben Aktionen zusätzlich eine positive Wirkung für das eigene Image.

Bei der Umsetzung wirst du merken, dass du, je nach dem wie du etwas angehst, auf verschiedenen Handlungsebenen gleichzeitig Wirkung entfaltest. Dies ist wünschenswert und zeigt dir, dass du das Thema umfassend angehst. Zu thematisieren sind mit den Kursteilnehmenden immer alle drei Handlungsebenen.