Programmidee

Planung eines Auslandlagers

Ein Spiel der Wölfe St. Johannes

Wir versammeln uns in einem Kreis und spielen unser Lieblingsspiel: Mörderlis. Auf einmal kommen zwei amerikanische Touristen vorbei und fragen ob wir ihnen helfen könnten. Sie möchten unbedingt zum Schwarzsee wandern, wissen jedoch nicht genau, wo die Seilbahn ist. Klar helfen wir! Es entwickelt sich ein langes Gespräch, in dem die netten Touristen uns völlig begeistert von ihren Ferien durch Europa erzählen und wie ausserordentlich stark ihnen gerade die Schweiz gefällt. Ihre Erzählungen sind so mitreissend, dass wir alle auch richtig Fernweh kriegen. Ein Auslandlager wäre doch auch mal etwas Schönes. Planen wir eines?

Steckbrief

Dauer: 2h 45'
Alter: Kids
Methode: Geländespiel; Basteln
Ort:  draussen

Thema: Nachhaltige Transportmöglichkeiten; Klimagerechtigkeit

Hintergrund

Wir wollten unseren Wölflis auf eine möglichst einfache Art und Weise erklären, was passieren kann, wenn man unendlich Reisen geht, vor allem mit dem Flugzeug. So stossen wir grosse Mengen an CO2 aus, was zur Erderwärmung führt. Uns war natürlich bewusst, dass dies ein sehr schwieriges Thema ist, besonders für die noch jungen Wölfli. Doch da wir es sehr einfach dargestellt haben und vieles mit dem Alltag oder mit bereits bekannten Beispielen erklärt und verglichen haben, gelang uns das Überbringen der Botschaft sehr gut. Wir wurden jedoch auch von ihrem Wissen überrascht, das sie bereits schon vor dieser Übung hatten. Die älteren TNs wussten bereits Einiges, doch für die Jüngsten war das Verstehen des Themas sicher eine Herausforderung.

Programm

Roter Faden siehe Einleitung

Wir teilen uns in 3 Gruppen auf. Die Wölfli dürfen sich dazu in einer Reihe nach der Nasenlänge anordnen (In jeder Gruppe befindet sich auch 1 Leiter, welcher normal mitspielt, jedoch eventuelle Unklarheiten oder Verwirrungen direkt lösen kann). Jede dieser Gruppen kann nun ein eigenes Auslandlager planen.

Für die Planung eines Auslandlagers bekommen die Wölfli Hilfe im Reisebüro. Dort hat es 3 verschiedene Tische mit sehr freundlichen BeraterInnen. Beim Tisch 1 dürfen sie (völlig unabhängig der aktuellen Covid – 19 Pandemie und den damit zusammenhängenden Grenzschliessungen) auf einer Weltkarte frei ihren Traumferienort wählen.

Der / Die Berater*in am Tisch 2 hilft bezüglich der finanziellen Situation. Den Wölfli wird hier das Spiel um die Aufteilung des Ferienbatzens erklärt (Für Aufbau des Spiels siehe unten Hauptteil 2).

Am Tisch 3 geht es um ein weiteres wichtiges Thema: den CO2 Ausstoss ihrer bevorstehenden Reise. CO2 heisst auch Kohlendioxid und ist ein Gas. Es entsteht durch Verbrennung: Zum Beispiel beim gestrigen Lagerfeuer, beim Autofahren (dort wird Benzin verbrannt, um fahren zu können) oder auch in uns selbst (Zur Veranschaulichung gibt es Darstellungen eines Autos, eines Flugis, eines Velos und eines Töffs. Die Wölfli dürfen dann verschieden grosse Ausstosswolken den Transportmitteln zuordnen. Zusammen besprechen wir dann, ob die Einstufung der Transportmittel und ihrer Menge an CO2 Ausstoss Sinn ergibt). Wir atmen Sauerstoff ein und Kohlendioxid aus. Doch wir bemerken dabei das CO2 nicht, es ist geruchslos und unsichtbar. Kohlendioxid befindet sich überall in unserer Atmosphäre (Die Atmosphäre umgibt unsere Erde und hält sie warm > Aufzeigen mit Darstellung). CO2 ist also eigentlich etwas Gutes, denn sonst wäre es hier auf der Erde sehr kalt und weder Menschen noch Tiere könnten leben. Das Problem dabei ist allerdings das wir heute viiiiiell zu viel CO2 produzieren. So wird es nun auf der Erde immer wärmer. Die Klimaerwärmung geschieht. Durch dies schmelzen unsere Gletscher, der Meeresspiegel steigt an, unsere Inseln versinken, vermehrt tauchen Unwetter auf (wie die Überschwemmung in unserem Quartier bei der Gepäckaufgabe für das Wölflilager) und noch einiges mehr. Doch wie können wir diese Entwicklung eindämmen? Wir müssen weniger CO2 verursachen. Zum Beispiel durch die Nutzung von erneuerbaren Energien (Die Wölfli dürfen die erneuerbaren Energien, die sie kennen, aufzählen) wie Biogas, Sonnenenergie, Windenergie oder Wasserkraft. Oder auch durch die Wahl unserer Transportmittel. Wie sollen wir verreisen? Mit dem Flugi oder dem Auto? Oder doch lieber mit dem Zug? Oder machen wir eine Velotour oder Wanderferien? Das Reisebüro hat genau ausgerechnet wieviel CO2 unsere Wölfli insgesamt bei der Reise verbrauchen darf, um den Vorgang nicht noch zu verschlimmern.

Zur Unterstützung und Veranschaulichung der Erklärungen werden hier verschiedene, selbst gezeichnete Darstellungen genutzt. Zum Beispiel die Erde und ihre Atmosphäre mit dem CO2 darin.

Wettkampf um den Ferienbatzen:

Den Ferienbatzen für so ein aufwändiges Auslandslager bekommen die Wölfli vom Kassier unserer Pfadiabteilung leider nicht einfach so!  Von der Abteilungsleitung wurde zwar ein gewisses Budget dafür frei gegeben, jedoch nicht festgesetzt, welche Gruppe wieviel bekommen. Also treten die verschiedenen Gruppen innerhalb eines Wettkampfes gegeneinander an.

Ablauf Fightgame:

Im Feld A ist das Geld verstreut. Das Ziel des Spiels ist es, so viel Geld wie möglich von Feld A in die eigene Base zu transportieren. Das Geld, welches sie in Feld A aufsammeln können (liegt am Boden verstreut), müssen sie zum Rand des Feldes A bringen, wo ein Behälter stationiert ist, an welchem eine Schnur befestigt ist. Eine Person, die über das ganze Spiel in der Base ist (kann jedoch abgelöst werden), zieht dann die mit Geld beladene Seilbahn zu sich in die Base. Falls Geld rausfliegt, müssen sie nochmals zurück an den Start mit der Seilbahn.

Seilbahn:

Die Seilbahn besteht aus einem Kartonbehälter, an welchem eine Schnur befestigt ist. Diese Schnur führt in die dazugehörige Base. Sobald die Seilbahn mit genug Geld beladen ist (TNs müssen selbst abschätzen, wann die Seilbahn zur Base gezogen werden sollte), wird die Seilbahn vorsichtig zur Base gezogen.

Aufbau Fightgame:

siehe Detailprogramm im Anhang

Nach dem Spiel:

Mit dem erspielten Geld können die Gruppen nun in das Reisebüro zurückkehren, um ihr Auslandlager zu buchen. Am Schalter des Reisebüros befindet sich 1. Eine Kasse, 2. Ein CO2 Verbrauch Anzeiger (dieser ist am Anfang voll und wird mit jeder Buchung Stück für Stück geleert), sowie 3. eine Weltkarte, um die definitive Reise direkt einzuzeichnen.

Die erste Gruppe kann ihre Reise frei wählen, kann sie auch bezahlen, die CO2 Anzeige ist noch gut gefüllt und somit kann definitiv gebucht werden. Die zweite Gruppe hat genug Geld, um ihre Träume zu erfüllen, jedoch ist nun schon zu wenig des berechneten Maximal CO2 Verbrauchs verfügbar, um noch zu fliegen. Sie müssen also wohl oder übel auf den Zug umsteigen und dabei eventuell (falls Übersee) auch ihr Reiseziel ändern. Doch schlussendlich können sie auch eine Reise buchen und sind zufrieden und glücklich. Doch als die 3. Gruppe kommt haben wir gar kein CO2 Ausstoss mehr zu
Verfügung. Die anderen Gruppen haben schon soviel verbraucht, dass unsere berechnete Höchstgrenze der Menge an ausgestossenem Kohlendioxid längst erreicht ist. So kann die 3. Gruppe nur noch ein Velotürli unternehmen oder in der Schweiz wandern gehen. Was für eine Enttäuschung! Schnell kommt Unmut in der Gruppe auf (Leiter in den jeweiligen Gruppen dürfen diesen auch schüren). Der Egoismus der ersten Gruppe ist unglaublich. Die Unfairness kaum zu übersehen. Doch dann kommt uns eine geniale Idee. Wieso machen wir uns nicht alle gemeinsam daran ein neues Transportmittel zu kreieren? Eines mit welchem wir unser Ausstoss an CO2 minimieren können. Was nutzt es uns jetzt nach Hawaii zu fliegen, wenn dafür dann morgen die Malediven untergehen? Wir leben noch lange auf dieser Erde und wollen auch noch viele schöne Ferien verbringen, doch eben halt mit Rücksichtnahme auf unsere gemeinsame Zukunft.

Wir fragen uns nun also: Gibt es Möglichkeiten, mit möglichst kleinem CO2-Ausstoss zu reisen? Vielleicht könnten wir ein eigenes, völlig neues Transportmittel kreieren, womit wir dann möglichst klimaneutral verreisen können. Ein Futurmobil eben.

Dazu besuchen die Gruppen nun verschiedene Werkstätten verschiedener Firmen, die sich mit erneuerbaren Energien beschäftigen. Pro Posten sind 10 Minuten eingeplant.

1. SönneliAG (Sonnenenergie)

Bei der Sonnenergie werden die Strahlungen der Sonne, die auf die Erde, treffen genutzt. Wir erkennen diese als Licht oder spüren die Wärme. Wir nutzen die Energie der Sonne schon seit jeher zum Beispiel, wenn wir unsere Wäsche draussen trocknen lassen. Heute kann man die Sonnenstrahlen aber sogar direkt in Elektrizität (elektrischen Strom) umwandeln. Dies geschieht mit Hilfe von Solarzellen. Diese sieht man oft auf Hausdächern oder auch bei Taschenrechner, diese funktionieren oft auch mit Solarenergie.

Bei dieser Firma können Solarzellen in Form von schwarzem Duck Tape gekauft werden.

2. Gschwend wie de Wend (Windenergie)

Aus dem Wind kann man viel Energie gewinnen. Dabei wird die Stärke des Windes genutzt. Man baut zum Beispiel riesige Windräder, die vom Wind angetrieben werden. Die Rotoren der Windräder beginnen dann zu drehen und erzeugen Strom. So kann man aus Wind Strom gewinnen. Heutzutage baut man grosse, moderne Windräder, doch früher, vor allem in den Niederlanden, wurden diese noch aus Holz und Stein gebaut und waren viel kleiner. Die Windräder werden dort gebaut, wo es stark windet.

Bei der Firma um die Windenergie können kleine Holzwindräder, die man aus dem Garten kennt, gekauft werden.

3. EWJ – Energie Wasser St. Johannes (Wasserkraft)

Auch die Wasserkraft kannte man schon vor vielen Jahren. Dabei wurden in Flüssen Wasserräder gebaut, welche eine Maschine antrieb. Das Wasser gibt uns heute noch Storm, sofern man es richtig verwendet. Oft sieht man grosse Stauseen, in denen extreme Mengen von Wasser gelagert werden. Von diesen Stauseen kann man Wasser in ein Wasserkraftwerk ableiten. Dort erzeugt ein starker Wasserstrahl Storm, indem er eine Turbine antreibt. Ebenfalls kann man Storm von einem Fluss gewinnen, der durch die Bewegung des Wasser sehr kräftig ist. Der Vorteil an der Wasserkraft ist, dass diese Kraft nicht vom Wetter abhängt, wie die Sonnenenergie oder die Windenergie.

4. Naturenergie GmbH (Biogas)

In einer Biogasanlage wird in einem grossen Topf (Gärbehälter) viele verschiedene pflanzliche Abfälle gesammelt. Also zum Beispiel der Küchenabfall von unserer Lagerküche (Wer hat alles einen Kompost zu Hause?) oder auch Gülle und Vieh Mist. Dieser Topf wird dann gut verschlossen, so gut, dass kein Sauerstoff mehr reinkommt. So können verschiedene Bakterien die pflanzlichen Abfälle abbauen. Immer wieder wird alles gut durchgemischt, damit die Bakterien es einfacher haben und immer genug Nährstoffe erhalten. Wichtig ist auch, dass der Topf immer ungefähr 40 Grad warm ist. Dabei entstehen viele verschiedene Gase (vor allem Methan), welche dann alle zusammen gespeichert werden. Wenn man diese Gase verbrennt, kann man damit einen Generator antreiben welcher dann Strom erzeugt. Schon heute gibt es einige Autos, die Biogas als Antrieb nutzen.

Futurmobil bauen und vorstellen:

Haben die Gruppen alle Werkstätten besucht, können sie sich überlegen, welche Bauteile (Energiegadget) sie sich für ihr Futurmobil kaufen möchten. Sie können maximal 5 Bauteile einbauen, wobei sie allerdings mindestens 2 verschiedene Energien nutzen müssen.

Danach haben die Gruppen 20 Minuten Zeit, um ihr Gefährt zusammenzustellen.

Nachdem die 20 Minuten vorbei sind, stellen wir uns in einem Halbkreis auf. Dabei stellt jede Gruppe kurz ihr Futurmobil vor und zeigt, für welche erneuerbaren Energien sie sich jeweils entschieden haben und wieso. Sobald alle drei Gruppen ihr Futurmobil vorgestellt haben, schliessen wir das Thema CO2 ab und widmen uns wieder den anderen Problemen rund um den Drachen Long Bertus (Lagerthema).

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